Samstag, 3. Dezember 2016

Acryl - Malmittel

Heute geht es um das 2. M: 


Malmittel

Gerade für die Acrylmalerei gibt es eine beinahe unüberschaubare Fülle an Malmitteln, Gelen, Pasten, Gessos, Farbzusätzen etc.

In der Kunst ist es immer von Vorteil, viel zu probieren, um heraus zu finden, welche Farben und Malzusätze sich für die ureigene Mal-Art am besten eignen.

Da ich von Haus neugierig auf Neues bin, habe ich selbst viele solcher Farbzusätze ausprobiert und jahrelang an einer Serie abstrakter Acrylbilder gearbeitet. Was ich allerdings im Laufe der Zeit herausgefunden habe, ist, dass meine ureigene Art zu malen gegenständlich ist. So male ich nach wie vor überwiegend realistisch/naturalistisch.

Aber das heißt nicht, dass ich nicht die verschiedensten Kunstrichtungen mag, schätze und einfach gerne betrachte.

Genau wie in der Musik oder dem Kunsthandwerk begeistert mich allein das Können, die Kunstfertigkeit, nicht unbedingt die Richtung oder das Genre oder gar ein einzelnes Motiv oder handwerkliches Produkt.


Schön ist für meine Augen, was handwerklich gekonnt und kunstvoll gestaltet ist.


Egal, ob es sich um wunderschönes Bild, ein eindrucksvolles Foto, eine bezaubernde Häkelarbeit oder ein ansprechend gestaltetes Buffet mit kulinarischen Köstlichkeiten handelt!

Um zu demonstrieren, wie sehr im mich mit den Zusatzmitteln für Acrylmalerei auseinander gesetzt habe, zeige ich im Folgenden 2 ganz verschiedene Beispiele aus einer Serie von abstrakten Bildern, die zwischen 2005 und 2012 entstanden ist. In dieser Reihe haben Ornamentik, abstrahierte Landschaften und Strukturen/Texturen eine Rolle gespielt.

U.a. habe ich in der beschriebenen Phase Pasten von Leichtstruktur bis hin zu eingebundenen Perlen, Glitter, verschiedene Gele, Acrylbinder, Gesso in schwarz und weiß, Fototransfers etc.  ausprobiert, aufgebracht mit Pinseln und Werkzeugen wie Spachteln, Kämmen, Colour Shapern, Farbrollern usw. In den Ornamentals habe ich mit so vielen Schichten/Layers gearbeitet, dass man sie auf den ersten Blick kaum noch voneinander unterscheiden oder ohne Weiteres nachvollziehen kann.

Kurz gesagt: Mit Spaß am Experimentieren.

So viel Spaß, dass ich heute noch ab und zu rückfällig werde und abstrakte, experimentelle Werke male.


2 ganz verschiedene Arbeiten aus der experimentellen Acrylserie:

White Circles, 2009, Acryl auf Leinwand, 80 x 80 cm, veröffentlicht in Boesner 100 Bilder, verkauft

Bergrücken, 2011, Acryl auf Leinwand, 50 x 60 cm, Privatsammlung


 

Acryl-Malmittel - Wer die Wahl hat, hat die Qual


Nein, ganz so ist es nicht. In der täglichen Praxis geht es uns nur um den Zweck, den sie erfüllen sollen.

Wenn ich also beschließe, heute etwas in Acryl zu malen oder an einem begonnenen Bild fortzufahren, will ich mit so wenig Aufwand wie möglich und eigentlich sofort loslegen.

Wie immer lautet mein Motto:

Zeit sparen - Spaßfaktor erhöhen



Um den Acryl-Workflow so einfach wie möglich zu halten, habe ich mich auf einige wenige Malmittel beschränkt, die jeweils einem bestimmten Zweck oder einer Technik dienen.




3 verschiedene Arten von Malmitteln (teils von verschiedenen Herstellern) und Fixativ für die Acrylmalerei


Mein allerwichtigstes und ständig verwendetes Malmittel zum Verdünnen und geschmeidigen Mischen der Farben:

Airbrush-Medium von Liquitex bzw. Acryl-Malmittel von Schmincke


Acryl-Malmittel von Schmincke, (wahlweise Airbrush-Medium von Liquitex)


Dieses Medium ist milchig-wässrig in der Konsistenz und enthält im Gegensatz zu Wasser Acrylbinder, der die Haftung auch der dünnsten Farbe auf dem Bildgrund ermöglicht.

Ich benutze es für wässrig-transparente Farbaufträge sowie zum Verdünnen beim Mischen, auch für die  deckende Malerei.

Das Medium fülle ich immer um in ein kleines Cremetöpfchen (in jedem gut sortierten Drogeriemarkt zu finden, z.T. bei den Urlaubsutensilien, oder einfach leeren Cremetopf auswaschen oder im 1€-Shop die kleinsten Plastikgefäße mit Deckel kaufen). Darin trocknet es nicht aus und ist jederzeit gebrauchsfähig.

Cremetöpfchen


Eigenschaften:
Konsistenz wie Wasser/Milch
Farbfilm matt bis seidenmatt
Fördert Haftung auf dem Bildgrund
Keine Änderung in der Offenzeit feststellbar

Einsatzmöglichkeiten  =>  siehe Film weiter unten


Das nächst wichtige Medium ist für mich, insbesondere für die Blumen- und Portraitmalerei ein HIlfsmittel, das die Farben länger offen hält und Farbübergänge bzw. Verläufe erleichtert.

Am häufigsten verwende ich hierfür Malgel spezial von Schmincke, an dessen Entwicklung der überaus talentierte Hamburger Maler Felix Eckardt mitgearbeitet hat (durch eine seiner DVDs aus seinen Büchern habe ich es kennen gelernt).



Eines meiner Lieblings-Malmittel:  Malgel Spezial von Schmincke



Malgel Spezial lässt sich wunderbar sahnig verarbeiten.

Eigenschaften:
Konsistenz weich wie geschlagene Sahne
Farbfilm trocknet je nach Zugabemenge seidenmatt bis glänzend
Verlängert Offenzeit
Erhöht Transparenz
Ermöglicht Farbübergänge ähnlich der Ölmalerei
Binder: Reinacrylat (gem. Datenblatt)


Einsatzmöglichkeiten  =>  siehe Film weiter unten
 

Für alle Arten von Lasuren und Farbverläufen verwende ich leidenschaftlich gern auch Verdünner/Thinner von Golden Open.

Den Einsatz zeige ich ebenfalls im Film => weiter unten

Hierzu jedoch eine Warnung, damit keine bösen Überraschungen entstehen:
Verdünner von Golden Open ist ein Additiv und kein Malmittel! Von der Konsistenz her macht es unglaublich Spaß, die Farben damit zu verlängern, aber:

Thinner/Verdünner von Golden Open enthält keinen Binder!

Daher sollte er immer sparsam oder im gemeinsamen Einsatz mit Malmittel verwendet werden.

Empfehlung von der Firma Golden:
Verhältnis von 1 Teil Verdünner/Thinner zu 3 Teilen Farbe (= 25% Anteil).

Wenn man das ungefähr einhält, um die Haftungseigenschaften der Farben nicht zu gefährden (diese lassen sich sonst von der Leinwand wieder abreiben!) oder den Verdünner dem gerade verwendeten Malmittel beigibt (empfiehlt Golden ausdrücklich), gibt es ehrlich gesagt, kaum etwas Geschmeidigeres für Farbverläufe und feinste Lasuren! 


Für Lasuren und Verläufe verwende ich auch folgende Malmittel:

Acryl Fluid-Medium seidenmatt von Schmincke

Glazing-/Lasur-Medium (Satin) von Golden Open oder Liquitex (nicht abgebildet) und




Gute seidenmatt auftrocknende Lasurmalmittel


Eigenschaften:
Konsistenz mehr oder weniger wie dünner Sirup
Gute Verarbeitbarkeit/Mischbarkeit mit der Farbe
Verlängern die Offenzeit
Enthalten Binder, erhöhen Haftung auf Bildgrund
Auftrocknung je nach Zugabemenge zu einem seidenmatten Farbfilm
Gute Lasur- und Verlaufseigenschaften


Für den Film (=> siehe unten) habe ich noch Matte Medium von Golden probiert, welches als einziges meiner Malmittel mattierend wirkt, aber dieses verkürzt die Offenzeit, so dass es mir persönlich keinen Spaß macht.


Um die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten zu zeigen, habe ich diese Woche auch einen Film hierzu gedreht, den ihr auf meinem Youtube-Kanal Malmittel - Täglicher Workflow (öffnet ein neues Fenster) anschauen könnt oder einfach hier im Blog anklicken.

Viel Spaß beim Anschauen.




So viel von meiner Seite zum Thema Erleichterung des täglichen Workflows durch Acrylmalmittel.

Gewiss kann ich hier nur auf meine persönliche tägliche Praxis eingehen und nur einen kleinen Ausschnitt des gesamten Malmittel-Spektrums behandeln, aber ich hoffe, es hilft dem einen oder anderen von euch weiter.

Wichtig ist, dass das Malen Spaß macht und ihr einen Super-Workflow habt, bei dem ihr die Zeit vergessen könnt.

Wie immer freue ich mich über Kommentare und eure Erfahrungen auf dem Gebiet der Malzusätze und -mittel und wünsche

viel Spaß beim Kreativsein und

viel Zeit zum Malen.

Eure Susanne
 


Mittwoch, 16. November 2016

Acrylmalerei - Mischpalette

Die nächsten 3 Posts behandeln die

3 M's,


die mehr zu einem tollen Workflow beitragen als man denkt:


  • Mischpalette
  • Malmittel
  • Malgrund


Heute geht um das 1. M, die

Mischpalette


Das Thema einer vernünftigen Mischpalette hat mich lange Zeit von gemütlichem Malen abgehalten. Wie viele andere habe ich da einiges ausprobiert.

Früher hatte ich Pappteller aus dem Euroshop, auf denen Acryl superschnell trocknet, später dann verschiedene Plastik-Picknick-Teller, die oft aber tiefer als Suppenteller sind, innen mit rauer Oberfläche, auf der zarte Nuancen zu mischen keinen Spaß macht.

Irgendwann zwischendurch hatte ich die riesige Bob-Ross-Acryl-Palette aus Plexiglas mit Daumenöffnung. Diese war insgesamt viel zu groß und in die Hand nehmen kann man sie auch nicht, wenn man an der großen Stand-Staffelei arbeitet. Sobald das Plexiglas mit Acrylfarbe bestückt wird, muss es flach liegen, sonst laufen die Farben herunter und fließen ineinander. 

Als einigermaßen gangbaren Weg habe ich die Mijello Airtight Peel Off Paletten mit Deckel empfunden, doch wirklich Airtight waren auch diese nicht. Die Farben sind mir trotzdem auf Dauer eingetrocknet. Mir Farben mit dem Malmesser anmischen ging auch nicht, da der Innenbereich tief ist und superleicht verkratzt, so dass sich der Peel-Off-Effekt, bei dem der Acrylfarbfilm nach dem Trocknen einfach abgezogen werden kann, in Kürze erledigt hatte und ich die Farbe abkratzen musste.


Peel-Off-Palette

Die oben gezeigte Palette ist befüllt mit Aquarellfarben dient nur zur Anschauung. Das Kleenex auf der Mischfläche habe ich für die Aufnahme hineingelegt, damit das weiße Plastik nicht spiegelt.

Aber auch für Aquarell bin ich mittlerweile auf andere Paletten umgestiegen, da die Peel-Offs einfach zu groß sind. Auf meinem Tisch ist nicht mehr viel Platz, wenn auch noch ein großformatiges Papier drauf liegt. Auch zum Mitnehmen eignen sich die Peel-Offs nicht so gut. In Malkursen habe ich mit zwei Paletten (Rot-Gelb- und Blau-Grün-Palette) immer viel zu viel Platz am Tisch belegt und für draußen braucht man sowieso etwas Kompakteres.

Da ich aber nie die Suche nach Werkzeugen aufgebe, die mir den Mal-Workflow erleichtern, bin ich auch hier eines Tages auf die perfekte Lösung gestoßen.


Glaswechselrahmen


Glasplatten sind der ideale Untergrund zum Mischen für Acryl- und Ölfarben.Wenn ich male, sieht mein Arbeitsplatz am Tisch so aus:


Palette, Mischpalette, Tischstaffelei, Computer

Nahaufnahme des Rahmens


Den Glaswechselrahmen mit Holzleisten habe ich im Drogeriemarkt gekauft. Für die im letzten Post vorgestellte Deckelpalette (rechts im Bild) ist eine Rahmengröße von

32 x 42 cm


passend. So kann die Palette nicht verrutschen und ich habe noch genug Mischfläche übrig.

Wer jetzt denkt, das ganze Zeug kann man nicht mit rausnehmen zum Plein Air-Malen, der hat natürlich Recht!

Aber ich habe das exakt gleiche Equipment in klein, welches ich in dem bereits angekündigten Post über die Plein-Air-Malerei genau vorstelle.

TIPP:

Mein Mann hat mir für den Glaswechselrahmen einen Deckel zugeschnitten, der sich mit Klettband fest schließen lässt. So kann ich die Mischpalette auch für die Ölmalerei nutzen und die angemischten Farben trocknen ca. eine Woche lang nicht aus.


Säubern der Palette:
Wenn ich morgens zur Arbeit muss, sprühe ich Wasser auf die Farben und die Mischpalette, wische die Palette sauber und schließe den Deckel auf der Farbpalette, wasche die Pinsel und bin fertig ...

.. das nenne ich einen gemütlichen Workflow


und mir bleibt mehr Zeit zum Malen.



Über Kommentare zu eurem Workflow würde ich mich freuen. Vielleicht habt ihr ja noch viel bessere Lösungen gefunden.

Im nächsten Post geht es um die verschiedenen Malmittel für die Acrylmalerei, die einem das Leben als Acrylmaler erheblich erleichtern.

Bis dahin wünsche ich euch viel
 

Zeit zum Kreativsein

Bis bald.

Susanne Absolon



 

Freitag, 11. November 2016

Acrylmalerei - Pinsel


Pinsel sind unser Handwerkszeug. Einen für eine bestimmte Malweise oder Technik ungeeigneten Pinsel kann man sofort am Ergebnis erkennen. Im Laufe der Jahrzehnte habe ich wahrscheinlich mehrere tausend Pinsel gekauft, probiert und verworfen.

In meinen Acrylbildern kommen Flach- und Rundpinsel zum Einsatz. Wichtig ist für mich, dass Flachpinsel wirklich flach sind und keine Mop-Pinsel, mit denen sich der Farbauftrag nicht kontrollieren lässt und kaum gerade Linien gezogen werden können. Die Rundpinsel nutze ich vorwiegend in den kleinen Größen für Details und sehr gerundete Formen.


Flachpinsel

 
Für die Acrylmalerei benutze ich folgende Pinsel:



Meine Lieblingspinsel - Rico Design College - werden nicht mehr hergestellt


Den Rico Design College habe ich vor rd. 10 Jahren in den Größen 6 bis 12 erstanden, ohne zu ahnen, wie vielseitig dieser damals als Studien-/Hobbyqualität angebotene Pinsel ist. Der Nr. 12 unten im Foto ist 4 cm breit. Eigenschaften: Weiches Synthetikhaar, gute Sprungkraft und Bildung einer messerscharfen Kante im feuchten Zustand.
 
Zu dem kleinen Rico Nr. 6  greife ich auch, wenn ich Farbkarten erstelle, eben weil man mit diesem Pinsel so präzise abgegrenzte Farbflächen anlegen kann.
 
Da diese Pinsel nicht mehr hergestellt werden, hüte ich sie wie einen Schatz.
 
 
Ein glücklicher Fund:

 
Manet Naja mit kurzem Stiel

Zum Glück habe ich Mitte 2016 den Manet Naja entdeckt. Die Größen 2, 4, 6, 8, 10, 12 leisten gute Dienste. Er besteht aus Mangustenhaar-Imitat, besitzt eine gute Mischung aus Weichheit und Sprungkraft, eine messerscharfe Kante und ist nur unmerklich steifer als der Rico. Die kleineren Größen habe ich alle doppelt oder dreifach, um mit mehreren Farben gleichzeitig malen zu können, z.B. bei weichen Farbübergängen.


Hier die messerscharfe Kante in Nahaufnahme:


Manet Naja Nr. 12 im angefeuchteten Zustand


Eine sehr gute Wahl sind auch Raphael-Pinsel. Als Flachpinsel zum Acrylmalen eignet sich der Raphael Precision mit kurzem Stiel:


Raphael Precison Nrn. 2, 6 und 12

Der Precision ist aus Marderhaar-Imitat und bildet ebenfalls eine schöne Kante, ist jedoch etwas steifer als der Manet.


Hintergründe - Große Flächen 


Hier folgen Pinsel für großflächige sowie dünne, aquarellartige Hintergründe:

Hake- und Flachpinsel sowie Malspachtel

Für große Farbflächen benutze ich den 3“-Hake-Pinsel (rd. 7,5 cm) aus Ziegenhaar oder meine betagten, aber immer noch wunderbar wolkenweichen Boesner-Hausmarke Flachpinsel aus Synthetikhaar in rd. 2,5 bis 5 cm Breite. Zuguterletzt benutze ich zum Farbenmischen oder auch Palette Säubern mein Lieblingsmalmesser/-spachtel von Guardi.

Details - Rundpinsel


Für besonders winzige Details kommen auch mal feine Rundpinsel aus Synthetikhaar zum Einsatz, z.B. von DaVinci:


Da Vinci Cosmotop Spin in Nrn. 1 - 3

Der preislich günstige Cosmotop Spin ist eigentlich ein Rundpinsel mit schöner Spitze für Details, verliert aber beim Acrylmalen auf rauer Leinwand oder Malplatte und beim Aufschäumen mit Seife schnell seine Form. Insofern kaufe ich auch hier immer gleich mehrere Pinsel in einer Größe.

Reinigung der Pinsel


Beim Acrylmalen können Pinsel rasch verkleben und sind dann unwiederbringlich zerstört. Die gehärtete Farbe bringt man nie wieder rückstandslos aus den Haaren oder der Zwinge. Daher lasse ich die Pinsel immer im Wasser liegen, bis die Malsitzung beendet ist. 

Anschließend reinige ich sorgfältig alle verwendeten Pinsel mit herkömmlicher Kernseife aus dem Drogeriemarkt. Einfach mehrmals aufschäumen und auswaschen. Das dauert je nach Anzahl auch mal eine Viertelstunde, die ich einplanen muss, aber mein Werkzeug ist mir diesen Sonderaufwand wert.

So viel heute zu den Pinseln für Acrylmalerei. Über eure Ideen, Erfahrungen und Anmerkungen  freue mich.


Im nächsten Post stelle ich meine Mischpalette vor. Bis dahin wünsche ich euch viel
 
 

Zeit zum Kreativsein


Susanne Absolon

Montag, 7. November 2016

Acrylmalerei - Farbenpalette

Aufbewahrung und Farben

 

Acrylfarben sind faszinierend. Sie trocknen ultraschnell auf dem Malgrund und Flächen können oft binnen Minuten wieder übermalt oder lasiert werden.

Beispiele von Blumen, an denen ich arbeite:
 

Pink Rose 100 x 80 - Acryl auf Leinwand (in Arbeit)


Gelbe Rose 60 x 60 - Acryl auf Leinwand (kurz vor Fertigstellung)


Ich selbst arbeite überwiegend gegenständlich und realistisch/naturalistisch, aber in Acryl kann man ebenso pastos/reliefartig arbeiten, Fotos, Ausdrucke und Zeitungsschnipsel integrieren, Stoffe, Papiere, Pasten, Glitter, Perlen, Metallicfarben, Fäden und Garne einarbeiten etc.
 
Mit Acrylfarben ist so ziemlich alles möglich.
 
Das würde bedeuten:
Kein Stress, keine penible Fehlervermeidung und keine fast unüberschaubaren Vorausplanungsschritte wie bei der Aquarellmalerei, wo man als „echter Aquarellist“ kein Weiß verwenden darf, sondern das Papierweiß in aufwendigen Arbeitsschritten mittels Maskierflüssigkeit oder durch Ummalen aussparen muss.
 
AAAAAber …. ganz so einfach ist es dann doch nicht. Einen Stressfaktor gibt es nämlich.
 
Ausgerechnet durch den größten Vorteil dieses vielseitigen Mediums, die rasche Trocknungszeit, entsteht gleichzeitig der größte Nachteil.
 
Gibt man jedes Mal frische Farbe auf eine Palette, muss man sich mit dem Malen ganz schön beeilen, wenn man die gesamte ausgedrückte Farbe verbrauchen möchte. Oder man sprüht und sprüht Wasser, bis die Farben ganz verdünnt sind. Es kommt noch schlimmer, wenn die Farbe erst gemischt, sprich, auf der Palette verstrichen ist, trocknet sie um ein Vielfaches schneller.

Nun sind Maler überwiegend sehr kreative Menschen, die sich zu dem Thema einiges einfallen lassen.

Manche kaufen Studienqualität, mischen sich alles frisch an und werfen die Reste weg. Andere kaufen gute Qualität, mischen sich die wichtigsten Farben auf der Palette oder in einzeln verschließbaren kleinen Töpfchen/ Tupperschüsseln mit Retarder an. Damit eine volle Palette zusammen zu stellen, ist jedoch zeitaufwendig und es dauert, bis man anfangen kann zu malen.

Andere verwenden eine so genannte verschließbare Stay-Wet-Palette, in der unter einem „Malpapier“ eine Art feuchter Schwamm liegt (der übrigens schimmeln kann, hab ich mir sagen lassen).

Ich selbst benutzte bis vor einiger Zeit verschließbare, aber eben nicht ganz luftdichte Utensilienboxen oder Eiswürfelbehälter aus dem Billig-Shop, in die ich mehrere Farben wie auf einer Palette geben konnte. Doch darin trockneten die Farben ebenfalls aus und sind einmal sogar verschimmelt, als ich wochenlang nicht zum Weitermalen kam.

Das sah so aus:

Nicht luftdichte Utensilienboxen mit Acrylfarben
 
Wie umständlich!
So war für mich kein entspanntes Malen möglich, da meine Zeit ehrlich gesagt superknapp ist. Unter der Woche bin ich Vollzeit als Sachbearbeiterin beschäftigt. Ich male nachts von 3:00  bis 6:00 Uhr und am Wochenende, überdies filme ich Malvideos für Youtube und schreibe diesen Blog. Ihr könnt euch vorstellen, dass dazu einiges unter einen Hut zu bringen ist.

Im Klartext:  Wenn ich Zeit zum Malen frei geschaufelt habe, will ich nur malen, nichts anderes.

Mein Motto: Lästiges weglassen.

Auch in der Landschaftsmalerei in Acryl habe ich gerne Zugriff auf alle Farben (insbesondere draußen – Plein Air), aber lange Zeit habe ich hierfür keine geeignete Lösung gefunden.

Hier einige meiner Acryl-Landschaftsbilder, die überwiegend Plein Air entstehen und manchmal im Studio auf ihre Vollendung warten müssen:


Anfang 2016 habe ich endlich die passende Lösung gefunden.
 
Jetzt male ich in Acryl genauso entspannt wie in Öl oder Aquarell. Nichts drängt mehr und ich bin rundum glücklich.
 
Nachfolgend zeige ich euch mein gesamtes Material für die Acrylmalerei. Vielleicht findet ihr ja auch das eine oder andere davon hilfreich  und geratet unversehens in einen angenehmen Acryl-Mal-Workflow, der so richtig Spaß macht.
 
Eines noch vorab:
Wichtige Information: Ich betone und versichere hier ausdrücklich, dass ich nicht für irgendeinen der Hersteller, von denen ich meine Materialien beziehe, Werbung mache oder dafür in irgendeiner Weise honoriert werde. Sämtliche Materialien, die ich besitze und beschreibe, habe ich selbst gekauft und getestet. Namen und Firmen werden hier nur genannt, damit meine Leser sich die Produkte bei Bedarf selbst besorgen können.
 
Dieser Blog bleibt grundsätzlich werbefrei!

 

Aufbewahrung

 

Es gibt diese Palette wohl schon einige Zeit, aber ich habe sie einfach nicht früher entdeckt.
 
Feuchthalte-Palette


Sie ist für unter 10 € bei einigen Online-Künstlerbedarfs-Shops zu haben und hat einen flexiblen Deckel, der jedes Fach einzeln luftdicht abschließt. Eine geniale Aufbewahrungsmöglichkeit, in der die Farben immer frisch bleiben. Das spart viel Zeit, Mühe und Geld.


Innenansicht des flexiblen Palettendeckels


Wenn die Palette während des Malens geöffnet ist, und am Schluss, bevor ich sie wieder verschließe, sprühe ich einen feinen Wassernebel darüber, das ist alles. Der Deckel hat luftdicht abschließende Einzelabtrennungen. Ich achte darauf, die Abdeckung richtig herum aufzusetzen, damit keine Farbe mit einer anderen kontaminiert wird und drücke den Deckel fest an, bis ich spüre, dass alle Einzelfächer dicht sind.
 
Die oben gezeigte Füllung ist immer noch die vom Januar 2016! Zwar habe ich meine „Jeden-Tag-Arbeitspferde“ wie Ultramarin, Quina-Red und Weiß schon mehrfach nachgefüllt, aber die meisten Farben sind die „erste Generation“, nach fast einem Jahr immer noch genauso frisch und geschmeidig, so dass ich sofort loslegen kann.

  

Farben


Wie in allen Maltechniken benutze ich auch in Acryl ausschließlich Künstlerqualität mit höchstmöglicher Permanenz und Lichtechtheit. Wenn möglich einpigmentig und frei von Pigment Schwarz (PBk), weil ich dunkle Töne gerne selbst mische. Was absolut keine Abwertung von Schwarz bedeuten soll, ich kenne viele tolle Maler, die Schwarz auf ihrer Palette haben und damit super umgehen können.


Derzeit befinden sich in der Palette Farben von folgenden Herstellern:
  • Golden Open Acrylics (längere Offenzeit)
  • Schmincke Primacryl
  • Amsterdam Expert Acrylics
  • Winsor & Newton Professional Acrylics.
 
Schmincke, Amsterdam und Winsor zählen zu den Schnelltrocknern. Diesen Farben habe ich damals beim Befüllen der Palette eine erbsengroße Menge Retarder untergemischt, um die Offenzeit ungefähr den Golden Open Acrylics anzugleichen. Einzig und allein deswegen, damit mit die Farben bei geöffneter Palette nicht austrocknen. Bei geschlossenem Deckel trocknet auch ohne Retarder nichts aus.

Hier zur Info noch die Farbkarte mit meiner Auswahl:

Nach dem Befüllen erstellte Farbkarte. Ich mag es, viele Möglichkeiten zu haben, auch wenn ich mir daraus oft eine limitierte Palette zusammenstelle. Die Farben, die einen glatten Farbauftrag ermöglichen, sind die eher deckenden Töne, die mit sichtbaren Pinselstrichen die transparenten. Die dunkle Farbe links in der zweiten Reihe von oben ist nicht Schwarz, sondern schwarzfreies Neutralgrau von Schmincke.




Zwei Nachteile dieser Palette sollten nicht unerwähnt bleiben. Der Schlimmere zuerst:

Ich musste mich auf 36 Farben beschränken!
 
Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass die Palette für die Plein Air-Malerei waagerecht transportiert werden sollte. Einfach in den Rucksack fallen lassen, geht gar nicht. D.h., wenn ich mit Acrylfarben hinaus in die Natur gehe, befestige ich den Deckel mit Einmachgummi oder Klett- bzw. Klebeband an der Palette, wickle sie in eine Plastiktüte und halte das wertvolle Paket in der Hand, bis ich vor Ort bin.
 

So, das war’s für dieses Mal.

 

Vielleicht verschafft euch diese Palette auch einen besseren Workflow in der Acrylmalerei und damit:

 

Zeit zum Kreativsein



Im nächsten Post geht es um die Pinsel, die ich zum Acrylmalen benutze.

Bis dahin viel Spaß beim Malen und Kreativsein. Über Kommentare und besonders über eure Erfahrungen mit der Aufbewahrung von Acrylfarben würde ich mich freuen.

Susanne Absolon